Das letzte Display ist verkauft, und dann kommt noch eine Bestellung. Überverkauf ist im Kartenhandel häufig, weil begehrte Ware schnell weg ist und Bestellungen auf mehreren Wegen eintreffen. Dieser Artikel zeigt die typischen Ursachen und fünf Regeln, die ihn verhindern.
Warum Überverkauf teuer ist
Eine Bestellung, die Sie nicht liefern können, kostet mehr als den Umsatz. Sie schreiben Entschuldigungen, stornieren, erstatten und verlieren Vertrauen bei Stammkunden. Bei Neuheiten, die nur einmal zugeteilt werden, lässt sich die verpasste Ware nicht nachkaufen.
Typische Ursachen
| Ursache | So kommt es dazu |
|---|---|
| Bestand in einer Tabelle | Stückzahlen werden nach dem Verkauf angepasst, nicht währenddessen |
| Mehrere Bestellwege | Shop, Nachrichten und Telefon greifen auf getrennte Stände zu |
| Gleichzeitige Bestellungen | Zwei Kunden sehen denselben Rest und bestellen beide |
| Vorbestellungen ohne Grenze | Mehr Zusagen als der Lieferant liefert |
1. Eine einzige Quelle für den Bestand
Solange Bestand in einer Tabelle, im Kopf und im Shop getrennt lebt, stimmt mindestens eine Quelle nicht. Führen Sie den Bestand an einer Stelle, auf die alle Bestellwege zugreifen.
2. Beim Bestellen buchen, nicht beim Packen
Wer den Bestand erst beim Packen abzieht, verkauft in der Zwischenzeit weiter. Der Bestand muss in dem Moment sinken, in dem die Bestellung eingeht, auch wenn zwei Kunden gleichzeitig bestellen.
3. Mengenregeln für Hype-Ware
Bei begehrten Sets hilft eine Höchstmenge pro Bestellung. Schrittweiten wie „nur im Paar“ oder „nur im Case“ verhindern außerdem Mengen, die Sie gar nicht liefern können.
4. Vorbestellungen mit Kontingent
Verkaufen Sie vorbestellte Ware nur bis zur zugesagten Menge. Reduziert der Lieferant, sehen Sie sofort, welche Bestellungen gedeckt sind. Mehr dazu: Vorbestellungen mit Kontingent.
5. Ausverkauft sichtbar machen
Ein ausverkaufter Artikel sollte klar als ausverkauft erkennbar sein. Wer sich benachrichtigen lassen kann, kommt wieder. Wie der Live-Bestand das im Bestellsystem löst, lesen Sie auf der Funktionsseite.
Kennzahlen, die sich lohnen
Wenige Zahlen zeigen, ob Ihr Bestand im Griff ist. Zählen Sie, wie viele Bestellungen Sie wegen Nichtverfügbarkeit stornieren mussten. Beobachten Sie, wie oft eine Inventur vom Systembestand abweicht und bei welchen Artikeln. Notieren Sie, wie lange begehrte Artikel nach einem Release verfügbar waren. Aus diesen Zahlen lesen Sie ab, wo Höchstmengen, Kontingente oder ein früherer Wareneingang nötig sind.
Eine Routine für den Alltag
- Wareneingang am selben Tag buchen, nicht sammeln
- Wöchentlich prüfen, welche Artikel sich nicht bewegen und welche nie lange da sind
- Vor einem Release Mengenregeln und Kontingent festlegen
- Nach einem Storno prüfen, ob der Bestand wieder stimmt
- Einmal im Quartal eine Inventur machen und Abweichungen notieren
Vorbereitung auf einen Drop
Wenn ein begehrtes Set erscheint, entscheiden die Stunden davor. Prüfen Sie am Vortag den Bestand, setzen Sie eine Höchstmenge je Bestellung, überlegen Sie, ob Händler früher als Privatkunden zugreifen dürfen, und entscheiden Sie, ob die genaue Stückzahl sichtbar sein soll. Bei vorbestellter Ware legen Sie das Kontingent fest, bevor die erste Bestellung eingeht.
Kommunikation bei Engpässen
Ist etwas ausverkauft, sagen Sie es früh und klar. Ein ausverkaufter Artikel mit Möglichkeit zur Benachrichtigung ist besser als ein Artikel, der verschwindet. Kommt es doch zu einer Bestellung, die Sie nicht bedienen können, schreiben Sie den Kunden sofort an, erstatten Sie ohne Diskussion und bieten Sie Alternativen an. Ein ehrliches Wort bindet Kunden stärker als eine perfekte Lieferung.
Legen Sie sich dafür einen kurzen Standardtext zurecht, der den Grund nennt, die Erstattung bestätigt und einen Ausblick auf den nächsten Wareneingang gibt. So reagieren Sie auch in hektischen Stunden freundlich und schnell.
Checkliste
- Es gibt genau einen Bestand, den alle Bestellwege nutzen.
- Eine Bestellung bucht beim Eingang und nicht beim Packen.
- Gleichzeitige Bestellungen werden beim Buchen gesperrt.
- Begehrte Artikel haben Höchstmenge und Schrittweite.
- Vorbestellungen laufen mit Kontingent.
- Ausverkauft ist im Shop sichtbar.
- Storno bucht den Bestand zurück.