PayPal, Klarna und Kartenzahlung sind bequem, aber nicht gratis. Wer schmale Margen hat, sucht Wege, ohne Zahlungsanbieter zu verkaufen. Dieser Artikel zeigt, welche Zahlungsarten ohne Anbieter funktionieren, welche Regeln gelten und wo die Grenzen liegen.
Warum Händler auf Zahlungsanbieter verzichten
Zahlungsanbieter berechnen je Zahlung eine Gebühr, bei hohen Warenkörben summiert sie sich. Dazu kommen Auszahlungsfristen und je nach Zahlart Rückbuchungen. Wer vor allem an Wiederverkäufer liefert, braucht Wallets oft gar nicht.
Zahlungsarten ohne Anbieter
| Zahlungsart | Gebühren | Geldeingang | Risiko für Sie |
|---|---|---|---|
| Vorkasse per Überweisung | keine pro Zahlung | vor dem Versand | gering, Ware geht erst nach Zahlung raus |
| Kauf auf Rechnung | keine pro Zahlung | nach Zahlungsziel | Zahlungsausfall, deshalb nur für geprüfte Händler |
| GiroCode | keine pro Zahlung | wie Überweisung | gering, weniger Tippfehler |
| Barzahlung bei Abholung | keine | sofort | nur für lokale Kunden |
Was rechtlich gilt
Für Verbraucher müssen Sie mindestens eine gängige, zumutbare und unentgeltliche Zahlungsmöglichkeit anbieten. Für eine Überweisung dürfen Sie keine Zusatzgebühr verlangen (§ 270a BGB). Zusatzentgelte für andere gängige Zahlungsmittel sind nur in engen Grenzen erlaubt. Prüfen Sie Ihre Zahlungsbedingungen mit einer Rechtsberatung.
Der GiroCode macht Überweisen einfach
Ein GiroCode ist ein QR-Code mit Empfänger, Betrag und Verwendungszweck. Der Kunde scannt ihn in der Banking-App, und das Überweisungsformular ist ausgefüllt. Das senkt Tippfehler und verbessert die Zuordnung, wenn der Verwendungszweck die Rechnungsnummer enthält.
Wo die Grenzen liegen
- Privatkunden sind Sofortzahlung gewohnt, Vorkasse kann Abbrüche erhöhen.
- Zahlungen müssen zugeordnet werden, sonst bleibt die Bestellung liegen.
- Kauf auf Rechnung braucht Prüfung der Kunden und ein Verfahren bei Verzug.
- Ohne Wallets entfallen Käufer, die nur so bezahlen.
Zahlungen sauber zuordnen
Bei Überweisungen entscheidet die Zuordnung. Geben Sie einen eindeutigen Verwendungszweck vor, am besten die Rechnungsnummer, und lassen Sie ihn per GiroCode vorausfüllen. Gleichen Sie Zahlungen regelmäßig mit den offenen Rechnungen ab, automatisch oder mindestens einmal am Tag. Wer Zahlungen erst am Monatsende sichtet, hält Ware zurück, die längst bezahlt ist, und ärgert Kunden unnötig. Eine kurze Mail beim Zahlungseingang zeigt, dass der Kauf angekommen ist.
Wann sich ein zusätzlicher Anbieter lohnt
Ehrlicherweise gibt es Fälle, in denen Zahlungsanbieter ihre Gebühr wert sind. Wenn Privatkunden den Großteil Ihres Umsatzes ausmachen und Sofortzahlung erwarten, kann ein Anbieter mehr Bestellungen bringen, als er kostet. Dasselbe gilt für Kunden im Ausland, die nicht per SEPA bezahlen. Eine Mischlösung ist möglich: Anbieter für kleine Warenkörbe von Privatkunden, Überweisung und Rechnung für den Großhandel. Rechnen Sie nach, wie viel Umsatz Sie durch Vorkasse verlieren und was die Gebühren kosten.
Der Vorkasse-Prozess in sechs Schritten
- Der Kunde bestellt und sieht sofort, wie und bis wann er zahlen soll.
- Rechnung und GiroCode kommen per E-Mail und stehen auf der Bestellseite.
- Der Kunde überweist.
- Die Zahlung wird in der Buchhaltung dem Bankumsatz zugeordnet.
- Der Shop setzt die Bestellung auf „zu packen“.
- Sie versenden und der Kunde bekommt die Sendungsnummer.
So senken Sie Abbrüche bei Vorkasse
- Zahlungsdaten und Frist klar am Ende des Bestellvorgangs nennen
- GiroCode statt Kontonummer zum Abtippen anbieten
- Verwendungszweck vorgeben, damit die Zuordnung klappt
- Eine freundliche Erinnerung vor Ablauf der Frist senden
- Lieferzeit ab Zahlungseingang ehrlich nennen
Kauf auf Rechnung absichern
Kauf auf Rechnung bietet sich für Geschäftskunden an, die Sie kennen. Prüfen Sie neue Händler vor der Freigabe, legen Sie ein Zahlungsziel fest und sperren Sie weitere Bestellungen bei überfälligen Rechnungen. Gegen Zahlungsausfall schützt das nicht vollständig, begrenzt aber das Risiko auf eine Rechnung statt auf viele. Bei Privatkunden sind Vorkasse oder Zahlung bei Abholung die sichereren Wege.
Wie das Bestellsystem damit umgeht
Das Bestellsystem setzt ganz auf Überweisung: Vorkasse mit GiroCode für Privatkunden und Vorbestellungen, Kauf auf Rechnung für freigeschaltete Händler, Abgleich über Lexware und Erinnerungen bei Verzug. Einzelheiten stehen auf der Seite Zahlung per Überweisung.